Tell Erkenne deinen Gegner!

Den Tell gibt es nur im Live-Poker. Es handelt sich um verräterische Anzeichen, die dem aufmerksamen Mitspieler die tatsächlichen Chancen des eigenen Blattes erzählen. Die Bandbreite der Tells ist riesig. Anfänger haben noch unzählige Tells. Diese gewöhnen sie sich einen nach dem anderen ab, um für ihre Mitspieler nicht mehr so durchschaubar zu sein. Dabei ist die Mimik eines Spielers das geringste Problem. Die haben die meisten Spieler relativ schnell im Griff. Problematischer sind die Übersprunghandlungen. Um diese herauszufiltern Bedarf es viel Erfahrung.

Es gibt auch bewusste Tells, die genutzt werden, um den Gegner zu verwirren. Allerdings sind die wenigsten Anfänger so gut, dass sie diese Bluffs mehr als zwei Runden glaubwürdig rüberbringen. Diese werden als Weak-Means-Strong-Tell bezeichnet. Blickrichtungen oder das Zeitmanagement sind gleichfalls Anzeichen für oder gegen einen Tell. Um einen guten Tell zu erkennen, benötigen auch professionelle Spieler in erster Linie Zeit. Setzen sich vier professionelle Spieler an einen Tisch, haben sie alle ein Repertoire an bewussten und unbewussten Tells, die sie zum Teil gezielt einsetzen. Daher gibt es bei einigen öffentlichen Pokerrunden Beobachter, die einzig und allein das Verhalten starker Gegner beobachten. Ab einer gewissen Liga liest ein Spieler Gegner und Karten gleich gut.

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Technische Tells

Bis hierhin haben wir nur von äußerlichen Auffälligkeiten gesprochen. Beim Online Poker fallen diese leider unter den virtuellen Tisch. Wenn nicht gerade jemand im Chat vor Wut kocht, kannst du nicht erkennen, ob er auf Tilt ist. Weshalb du dich online hauptsächlich auf die technischen Tells verlassen musst.

Hierfür ist eine genaue Analyse deiner Mitspieler notwendig. Weil du sie nicht sehen kannst, fällt es dir umso leichter ihr Wett- und Spielverhalten zu analysieren. Wenn etwas von der gefundenen Norm abweicht, weißt du, dass hier etwas anders sein muss. Womit sich eine starke Hand beim Gegner vermuten lässt. Technische Tells sind unter anderem:

Typische Wetthöhe: Es gibt Pokerspieler welche stets nur limpen, also mit dem Big Blind, den Flop sehen wollen. Wenn sie dies nicht nur mit ausgewählten Händen, sondern ständig tun, spricht man von einer Calling Station. Das Gegenteil wäre ein Maniac. Also jemand der grundsätzlich hoch und unvorhersehbar wetten. Er möchte möglichst viel Druck aufbauen und mit häufigen Bluffs die Gegner zur vorzeitigen Aufgabe zwingen.

Handspiel: Wir sind nicht beim Fußball und deshalb bedeutet Handspiel, jedem Gegner eine Palette von Karten zuzuordnen (auch Range genannt). Die Hand-Range bei Spielern die nur 20 bis 30 Prozent ihrer Blätter bis zum Flop bringen, wird als tight angesehen. Dementsprechend musst du hier mit sehr guten Blättern rechnen. Ein looser Gegner nutzt dagegen weit mehr als 30 Prozent seiner Starthände um den Flop zu sehen.

Schnelligkeit: Speziell beim Online Poker hast du die Möglichkeit deine Aktion schon festzulegen bevor du überhaupt an der Reihe bist. Du merkst dies am hohen Tempo, weil die Software den Befehl bereits kennt und diesen binnen Sekundenbruchteilen an den Server schickt. Wer vorzeitig seine Entscheidungen trifft, der pokert sehr wahrscheinlich an mehreren Tischen gleichzeitig. Weshalb es sich um einen fortgeschrittenen Spieler handeln kann. Doch dem Multi-Tabling sind nicht alle gewachsen und mit ihm erhöht sich die Fehlerquote. Achte deshalb auch auf diesen Tell.

Positionsspiel: Beachtet dein Gegner ob er „under the gun“ sitzt oder behandelt er diese Position genauso wie den Dealer-Button? Muss jemand als Big Blind konsequent erhöhen? Was deine Gegner aus welcher Position heraus spielen, erfährst du beim Showdown. Immer wenn du nicht in einer Hand involviert bist, solltest du zuschauen und analysieren.

Notizen machen: Alles was dir an Verhalten und Unregelmäßigkeiten auffällt, kannst du als Notiz in deiner Pokersoftware hinterlegen. Diese Informationen werden für spätere Sessions abgespeichert und sind viel wert.

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