Poker Bluff erkennen: So geht’s

Im Pokern ist ein Spielzug besonders bekannt und das ist der sogenannte Poker Bluff. Vor allem Anfänger wenden diese Strategie oft an, da sie glauben, ohne ihn nicht gewinnen zu können. Gerade im Fernsehen siehst du oft fantastische Bluffs mit großer Wirkung, die dir suggerieren, das Bluffen sei einfach. Dem ist leider nicht so und viele Anfänger bluffen in ihren ersten Spielen viel zu oft oder nicht zum richtigen Zeitpunkt. Kein Wunder, dass die Gegenspieler nicht darauf reinfallen und der Neuling erst einmal verlieren wird. Wir stellen dir an der Stelle mal alles Wissenswerte rund um Bluffen beim Pokern vor, zeigen dir, wie du einen Bluff deiner Gegner erkennst und wann du selbst zum Bluff greifen solltest.

Poker Bluff erkennen – Wichtige Fakten:
  • Bluffen, eine gute Hand zu halten, obwohl das nicht stimmt

  • Bluffen, eine schlechte Hand zu halten, obwohl du gute Hand hält

  • Bluffs absichtlich „auffliegen“ lassen, um Gegner zu verunsichern

  • Bluffs eignen sich nicht immer gleich gut bei unterschiedlichen Gegnertypen (Calling Station)

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Poker & Bluffen: Welche Arten von Bluffs gibt es?

Tatsächlich ist es so, dass das Bluffen einfach zum Pokern dazugehört und in diesem Spiel viel öfter eingesetzt wird als in anderen Kartenspielen. Doch zum Bluffen gehört immer die psychologische Seite, denn viele Spieler entwickeln bestimmte Ticks, wenn sie bluffen, sodass andere die Hand des Gegners erahnen können und wissen, wie sie reagieren müssen. Natürlich musst du deine Gegenspieler dafür kennen, bei einem Wildfremden wird es nicht so einfach sein, einen Bluff zu erkennen wie bei Spielern, mit denen jemand schon viele Male gespielt hat. Neben den Spielern, die du quasi wie ein offenes Buch lesen kannst, gibt es die, die ein Buch mit sieben Siegeln sind. Sie sind einfach gute Schauspieler und lassen sich nicht in die Karten gucken. Daher gewinnen solche Profis öfters durchs Bluffen, aber eine Gewinngarantie ist das natürlich nicht. Du musst immer noch wissen, wann du bluffen kannst und wie hoch, andernfalls landest du ganz schnell auf der Nase.

Es gibt zwei Bluff-Arten:

  1. Den Gegner glauben lassen die eigene Hand sei besser als sie wirklich ist.
  2. Den Gegner glauben lassen die Hand sei schlechter als sie wirklich ist.

Mit Fall 1 möchtest du einen Showdown verhindern. Das heißt, du setzt hoch und hoffst darauf, dass der Gegner passt, weil er denkt, er habe sowieso keine Chance. So kannst du den Pot gewinnen, auch wenn ein Gegner eigentlich eine viel bessere Hand hatte. Da du in diesem Fall deine Hand nicht offenlegen muss, wird nie jemand erfahren, dass du geblufft hast.

Mind Games – mit psychologischen Tricks zum Sieg

Manche Spieler sind sogenannte Mind Gamer. Sie wollen, dass ihr Gegner hinterher trotzdem erfährt, dass er geblufft hat. Im Normalfall würde er es nicht erfahren, da die Karten nicht offengelegt werden müssen. Tut der Spieler es freiwillig, weiß jeder, dass er durch einen Bluff gewonnen hat. Das ist eine Art Psychospielchen, denn dem anderen wird das ganz und gar nicht gefallen. Der Gegner wird nun natürlich auf der Hut sein, deshalb solltest du eine Weile nicht mehr bluffen und das gleiche Vorgehen nur dann anwenden, wenn du tatsächlich ein gutes Blatt auf der Hand hast. Der Gegner wartet nur darauf, dass eine ähnliche Situation eintritt und wird denken es sei erneut ein Bluff. Er wird einen Showdown erzwingen und steht dann wieder als Verlierer da, da das Blatt dieses Mal wirklich gut ist.

Beim Bluffen solltest du ein paar Punkte beachten:

  1. Welche Spieleranzahl?

Ein guter Bluff ist schwerer, wenn mehr Spieler am Tisch sitzen. Warum ist das so? Ganz einfach, viele Spieler zu täuschen, ist immer schwieriger als nur einen einzigen. Und wenn du zwei von drei Spielern täuschst, bleibt immer noch einer, der dich durchschauen kann. Ein Bluff ist entweder erfolgreich, oder er ist es nicht, es gibt keinen Bluff, der zu zwei Dritteln erfolgreich ist.

  1. Welche Position?

Wichtig ist die Position am Tisch. Sitzt du auf einem der vordersten Plätze, sind noch zu viele Spieler nach dir an der Reihe und es ist schwierig, einen Bluff erfolgreich durchzuziehen. Bist du dagegen der Letzte am Tisch, kann ein Bluff sehr erfolgreich sein, vor allem wenn nur ein Spieler zuvor gesetzt hat und du ihn mit einer maximalen Erhöhung zum Passen bringen kannst.

  1. Wann solltest du bluffen?

Bluffen bietet sich immer dann an, wenn du das Gefühl hast, es sei der richtige Zeitpunkt den Gegner hinters Licht zu führen. Am besten natürlich immer dann, wenn er dadurch eine Entscheidung treffen muss, im besten Fall sollte er natürlich passen. Es gibt allerdings Spieler, die so sehr darauf bedacht sind, nicht einem Bluff zu unterliegen, dass sie immer mitgehen, egal ob sie dadurch viel Geld verlieren oder nicht. Natürlich funktioniert ein Bluff bei einem solchen Gegner nicht. Daher gilt es die Mitspieler zu durchleuchten, sie einzuschätzen und sich sicher zu sein, wann und bei wem ein Bluff effektiv sein kann. Oft funktionieren Bluffs besser bei erfahrenen Spielern, denn Neulinge gehen oft generell mit, während Profis auch mal einen Bluff verkraften.

Jetzt weißt du bereits, wie du einen Bluff erkennen kannst und wann es sich für dich lohnen könnte, mit einem Bluff zu spielen. Jetzt stellen wir dir mal die unterschiedlichen Bluff-Optionen bei den einzelnen Poker-Spielvarianten vor und erklären, welche psychologischen Aspekte du beim Bluffen beachten musst.

Spielvarianten & Bluffs

Bei der Art des Pokerspiels gibt es ebenfalls Unterschiede. So ist es zum Beispiel einfacher bei einem No Limit oder Pot Limit Spiel zu bluffen als bei einem Fixed Limit Spiel.

Ein Beispiel: Im Pot sind 100 Chips. Das Limit der Wetteinsätze und der Erhöhungen liegen bei 5 Chips. In diesem Fall werden sich nur sehr wenige Spieler bluffen lassen, da das Mitgehen nur 5 Chips kostet und du diese ruhig mal riskieren kannst, also wird öfter mitgegangen als bei Spielen ohne Limit.

Deshalb solltest du vor jedem Spiel die Größe des Pots und vor allem die Art des Spiels im Blick haben. Bei limitierten Spielen wird es immer schwieriger zu bluffen, je größer der Pot wird. Daher bluffst du am besten relativ früh im Spielverlauf, sodass die Gegner passen. Vor allem beim Stud Poker solltest du diese Taktik anwenden, bevor das Blatt der Gegner zu gut wird.

Ganz anders in einem No Limit Knockout Spiel wie Hold’em oder Omaha. Hier steigen die Blinds mit der Zeit an und hat ein Spieler nur noch wenige Chips, muss er zwangsläufig bluffen, oder er ist raus. Wartet er auf ein gutes Blatt und hat einfach relativ viel Pech, werden seine Chips aufgrund der Blinds immer weniger werden. Kann er diese nicht bezahlen, scheidet er aus, sodass irgendwann der Zeitpunkt für ein All-in kommt. Manchmal kann es sein, dass das All-in quasi erzwungen wird, weil er einfach kein gutes Blatt zusammenkommen will. In diesem Fall kann der Spieler nur hoffen, dass niemand seinen Bluff durchschaut. Wird er doch aufgefordert seine Karten offen zu legen, kann er nur auf eine weitere gute Karte hoffen, um sich noch zu retten.

Bluffen um schlechte Karten vorzutäuschen

Eine andere Art des Bluffens ist, das Vortäuschen schlechter Karten, obwohl der Spieler tatsächlich eine relativ gute Hand hat. Bei dieser Taktik geht es darum mehr Geld im Pot anzuhäufen, was vor allem bei Spielen mit Limits eine gute Strategie ist. In diesem Fall solltest du eher mitgehen und nicht unbedingt erhöhen, damit die anderen Spieler möglichst lange im Spiel bleiben und ein ordentliches Sümmchen zusammenkommt. Setzt du jedes Mal das Maximum, werden andere Spieler vermutlich öfter passen und der Pot wird kleiner ausfallen, als du es gerne hättest. Setzt du jedoch zu wenig und die anderen Spieler erhöhen nicht, wird der Pot am Ende relativ klein ausfallen und die Taktik ist nicht aufgegangen. Natürlich solltest du diese Strategie nur verfolgen, wenn du dir sicher bist, die beste Hand zu haben.

Die Psychologie des Bluffens

Pokerspielen hat viel mit Psychologie zu tun, denn während des Spiels geht es darum, die Gegner zu studieren, ihre Verhaltensweisen zu analysieren und daraus Rückschlüsse zu ziehen, wie sie ticken und welche Karten sie möglicherweise auf der Hand halten. Ist ein Spieler oft nervös, wenn er ein gutes Blatt hält? Fängt sein Augenlid an zu zucken, wenn er bluffen möchte? Andersherum gilt allerdings das Gleiche. Du selbst darfst dir nicht in die Karten schauen lassen. Du darfst selbst keine Ticks entwickeln und musst das sogenannte Pokerface aufsetzen, damit die anderen Spieler einen nicht lesen können wie ein offenes Buch. Es ist daher enorm wichtig, die einzelnen Spielertypen zu kennen und zu wissen, wie du dort bluffen kannst. Nähere Infos findest du zum Beispiel in den Ratgebern zu So erkennst & spielst du gegen NITs und So erkennst & spielst du gegen LAGs.

Bluffing kann auf zwei Arten genutzt werden:

  1. Hohe Einsätze suggerieren den Gegnern, dass das eigene Blatt sehr gut ist. Dadurch passen die Mitspieler oft und Sie gewinnen trotz schlechtem Blatt den Pot. Dieser Bluff funktioniert meist dann, wenn die Limits hoch sind, denn sind die Limits gering, werden die anderen Spieler oft trotzdem mitgehen, da sie wenig zu verlieren haben und Ihr Bluff geht nicht auf.
  2. Weitaus öfter wird jedoch versucht, die Mitspieler glauben zu machen, dass die eigene Hand schlecht sei, damit möglichst viele Spieler möglichst lange im Spiel bleiben und der Pot so in die Höhe getrieben wird. Diesen gewinnst du dann beim Showdown, wenn du alles richtig gemacht hast.

So, jetzt kennst du alle nennenswerten Infos, die beim Bluffen beachtet werden sollten. In der Regel solltest du eine goldene Regel beachten: Bluffs immer gezielt und mit Bedacht einsetzen. Nur wenn die Gegner kein Schema bei deinen Bluffs erkennen können, sind diese taktisch sinnvoll platziert. Jetzt klären wir mal noch die fünf wichtigsten Anfängerfragen, rund ums Bluffen.

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5 Fragen zu Poker Bluff erkennen

Wieso solltest du nur mit einer guten Hand bluffen?

Bei Spielen ohne Limit oder mit hohen Limits sehen sich Spieler oft gezwungen, zu passen, obwohl sie eine gute Hand haben. Betragen die Einsätze allerdings nur wenige Chips, gehen viele Spieler oftmals jede Hand mit, nur um am Ende herauszufinden, ob sie geblufft wurden oder nicht. In diesem Fall wird der Bluff nicht funktionieren. Jedoch ist ein Bluff immer dann effektiv, wenn du tatsächlich ein gutes Blatt hast und mit niedrigen Einsätzen den Pot wachsen lässt, um ihn am Ende zu gewinnen.

Wann solltest du Bluffen und wann nicht?

Bluffen solltest du immer nur dann, wenn du dir sicher sein kannst, dass der Bluff erfolgreich sein wird. Dafür gibt es jede Menge zu beachten, wie beispielsweise die bereits angesprochene Psychologie und der Gegnertyp.

Wen kannst du Bluffen?

Einen guten Spieler kannst du meist öfter erfolgreich bluffen, da er lieber passen wird, wenn er das Gefühl hat, er ist geschlagen. Ein schlechter Spieler jedoch wird wahrscheinlich weiterspielen und alles riskieren. Er ist es gewohnt, öfters Geld zu verlieren und lässt es darauf ankommen. In diesem Fall könnte es peinlich für einen werden, wenn sich dann beim Showdown herausstellt, dass du die schlechteren Karten hältst und einen Bluff durchziehen wolltest.

Solltest du dir Gegner-Bluffs in den Spielernotizen aufschreiben?

Ja, definitiv. Das ist ein wichtiger Punkt, der dir später helfen kann, einen Bluff frühzeitig zu erkennen. Wenn dein Gegner hier ein bestimmtes Schema anwendet, dann musst du dir diese notieren. Das verschafft dir einen entscheidenden Spielvorteil. Eine Anleitung zu Richtige Notes zu Gegnern anlegen findest du im zugehörigen Ratgeber.

Was, wenn ich beim Bluffen erwischt wurde?

Wenn du dabei verlierst, dann ist das peinlich und die Gegner werden dich im Chat auslachen. Jetzt darfst du nicht tilten und so noch mehr verlieren, sondern einfach eine kleine Spielpause einlegen bzw. den Tisch wechseln. Weiter Infos zu Tilt erkennen und ausbremsen findest du im zugehörigen Ratgeber.

Fazit: Bluffs immer gezielt und mit Bedacht einsetzen

Das Bluffen beim Online Poker ist so eine Sache. Da du hier wenig psychologische Tricks anwenden kannst, um deinem Gegner mit deiner Mimik oder Gestik ein gutes Blatt zu suggerieren, solltest du beim Online Poker deine Bluffs immer nur mit Bedacht einsetzen. Dazu gehört, genau zu wissen, wann sich ein Bluff lohnt und wann nicht. Wer die Kunst des Bluffens nicht beherrscht, sollte sich Bluffs sparen. Anderenfalls wirst du dich in Showdowns mit schlechten Karten wiederfinden und eine Menge Lehrgeld bezahlen. Da sich deine Gegner zu dir Notizen anlegen, solltest du es ihnen nicht zu einfach machen. Das heißt, aus deinen Bluffs darf kein Schema abgeleitet werden können. Das wäre sonst wirklich ein fataler Fehler. Im Idealfall nutzt du deine Bluffs mit Bedacht und setzt diese relativ selten ein. Umso schwerer wird es für deine Gegner, zukünftige Bluffs zu erkennen.

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